So kann man Herbstlaub verwenden

tmb_gartenjahr_garten_im_herbst_herbstlaub_verwendenGartenjahr / Garten im Herbst: Alle Jahr wieder steht so mancher Garten-Besitzer ratlos vor Bergen von Herbst-Laub. Zu schade für den Müll – nutzen Sie es lieber zur Bodenverbesserung oder geben Sie einem Igel und anderen Lebewesen im Garten eine Überwinterungsmöglichkeit.

Laub ist nicht gleich Laub

Relativ schnell verrotten die Blätter von Obstbäumen, Esche, Eberesche, A-Horn, Weide, Birke, Linde und Haselnuss. Etwas längere Zeit muss man für das Laub von Kastanie, Pappel, Walnuss, Platane, Buche und Eiche einplanen, weil es zersetzungshemmende Stoffe enthält. Auch Fichten-Nadeln sind problematisch, denn sie haben einen schwer abbaubaren Wachsüberzug. Eine gute Kompost-Erde erhalten Sie, wenn Sie das Herbstlaub verschiedener Baum-Arten im Komposthaufen mischen; die Verrottungszeit richtet sich dann nach dem Anteil an gut oder schlecht verrottendem Laub.

Laub mit Gartenabfällen mischen

Wie schafft man es aber, aus den unzähligen Blättern, die sich im Garten angesammelt haben, wertvollen Laubkompost zu produzieren? Zuerst einmal muss das Laub zusammengetragen (Laubbläser oder Laubharke) und zerkleinert (wichtig besonders bei Blättern von Nussbäumen) werden. Laubsauger oder Häcksler leisten dabei gute Dienste. Sie können das Herbstlaub auch mit einem Rasenmäher zerkleinern. Wenn es sich dabei mit Rasenschnitt vermischt, um so besser, denn der verhindert, dass das Laub zusammenklebt, und enthält außerdem zersetzungsfördernden Stickstoff. Das zerkleinerte Laub wird nach Möglichkeit mit anderen Garten-Abfällen gemischt und aufgeschichtet. Vorteilhaft ist die Zugabe von zerhäckseltem Reisig, weil es die Durchlüftung des Komposthaufens fördert.

Noch ein paar Nährstoffe zugeben

Herbstlaub enthält nur wenige Nährstoffe, deswegen sollten Sie stickstoffreiches Material zusetzen, zum Beispiel drei bis fünf Kilogramm Hornspäne pro Kubikmeter Kompost. Dadurch wird die Rotte erheblich beschleunigt. Weitere empfehlenswerte Zuschlagstoffe sind Gesteinsmehl oder Algenkalk, von denen man ebenfalls drei bis fünf Kilogramm pro Kubikmeter zumischt. Kalkzugaben sind allerdings nur bei Herbstlaub mit hohem Gerbsäure-Anteil, wie beispielsweise Eichenlaub, notwendig. Andererseits kann man reines Eichenlaub, das ohne Kalkzugaben kompostiert wurde, sehr gut zur Boden-Verbesserung von Moorbeetpflanzen, wie Rhododendron, Azaleen und Hortensien einsetzen.

Achten Sie beim Aufschichten darauf, dass das Laub zwar ausreichend feucht, aber keineswegs zu nass ist, weil es sonst zusammenklebt. Das Herbstlaub muss locker (nicht pressen) aufgeschichtet werden. Eine zu dichte Packung behindert die Durchlüftung. Am Ende wird der Komposthaufen mit einer dünnen Erdschicht abgedeckt, die verhindert, dass das Laub vom Wind verweht wird. Tipp: Laubkompost fällt während der Rotte stark zusammen und muss deshalb nach einigen Wochen umgesetzt werden.

Laub-Entsorgung durch Garten-Flächen-Kompostierung

Besonders gut geeignet ist die Art der Laub-Entsorgung für abgeräumte Gemüse- und Sommerblumen-Beete oder Flächen unter Bäumen und Sträuchern. Oder wenn der Komposthaufen einfach schon voll ist. Und so geht’s: Das zerkleinerte Laub wird wie schon erwähnt mit anderen Gartenabfällen gemischt, gleichmäßig auf dem Gartenboden verteilt und danach gründlich gewässert. Anschließend Kompost-Beschleuniger (Fachhandel) oder auch Steinmehl ausbringen. Das Ganze wird zuletzt mit halb-verrottetem Kompost abgedeckt. Über den Winter ist der Garten-Boden mit dieser Mulch-Abdeckung sehr gut geschützt. Im kommenden Frühjahr werden lediglich die verrotteten Reste abgeharkt (wieder auf den Kompost damit). Die Beete werden zur Neubestellung nur noch oberflächlich bearbeitet.

Text und Bild: gartentipps24.de