Gartenplanung

Ein Senkgarten ist eine echte Aufgabe für den Gartengestalter

tmb_gartengestaltung_legen_sie_einen_senkgarten_anGartengestaltung / Gartenplanung: Warum denn immer nur hoch hinaus, dachten schon viele Gartengestalter, und erfanden den Senkgarten. Einer der bekanntesten, Great Dixter liegt in der englischen Provinz Sussex. Ein wenig hinab und schon sieht der Garten auch bei Ihnen anders aus. Wenn man auf seinem Grundstück zwei Ebenen effizient miteinander verbinden will, wie es bei einem Senkgarten der Fall ist, dann ist eine Spindeltreppe genau die richtige Lösung. Sie ist besonders beliebt, da sie eine minimale Stellfläche benötigt, dabei aber trotzdem einen hohen Laufkomfort bietet. Die Wendeltreppe besteht aus einer zentralen Säule, umgeben von witterungsbeständigen Stufen. Während das obere Podest als Ausgangspunkt dient, führt das untere Podest direkt in den Senkgarten.
 

Passende Pflanzen für den Senkgarten

Man kann um ihn herumgehen, in ihn hinabsteigen, ihn durchqueren, auf seinen Treppen sitzen und vergessen, dass es außer ihm im Garten noch etwas anderes gibt. Die Rede ist vom Senkgarten. Quadratisch, rund oder rechteckig kann sie sein, die Gartenfläche, deren mittlerer Bereich gegenüber dem übrigen Gartengelände abgesenkt ist. Und dort, wo ein Senkgarten am tiefsten ist, krönt beim klassischen Senkgarten, ein Teich oder Wasserbecken die Anlage. Nicht selten grenzt eine Hecke von der Außenwelt ab. Dadurch entsteht auf einer kleinen Fläche ein streng geometrischer Garten. Den Rahmen des nur nach oben geöffneten Gartenraums bilden flach ansteigende Böschungen und Terrassen. Die Seitenwände, meist Terrassenmauern, speichern die Sonnenwärme und bieten dank windgeschützter Lage ein günstiges Klima für Pflanzen, die es gern trocken und sonnig mögen. Dazu gehören unter anderem Lavendel, Sonnenröschen, Ziest, Polsternelke, Fetthenne und Edelraute. An diesen Seitenbeeten und zwischen den Treppen, die in den verborgenen Garten führen, zeigt sich der mehr oder weniger formale Steingarten (siehe unten) von seiner blühenden Seite. Polsterbildende und sich selbst aussäende Glockenblumen, Gänsekresse, Hornkraut oder Blaukissen sorgen neben Ein- und Zweijährigen für die nötige Farbe. Aber nicht nur sich flächig ausbreitende Pflanzen finden im Senkgarten ein Zuhause. Die terrassenförmige Anordnung der Hänge und Treppen schafft geschützte Standorten in absonnigen Lagen (ideal für Funkie, Hortensie), an denen sich besondere alpine Pflanzen wohlfühlen. Neben Enzian und Aurikel setzt man mit dem weniger bekannten, rosettenförmig wachsenden Felsenteller (Ramonda), dem Helmkraut (Sculettaria) und Bitterwurz (Lewisia) spannende Akzente. Auch kleine, liebliche Schildfarne wurzeln gut in versteckten Mauerritzen.

Bei der Gestaltung des Senkgartens ist fasst alles möglich

Der Boden in der Mitte eines Senkgartens ist meist nur spärlich bekleidet. Entweder mit Rasen oder flach-wachsenden Stauden wie beispielsweise Sternmoos, Stachelnüsschen, oder Thymian. Die Mitte kann auch gepflastert (z.B. Schachbrett-Pflaster) werden, oder sie legen einen Kräutergarten mit Kamille, Oregano, Katzenminze, Salbei usw. an oder man legt eben ein Wasserbecken an. Ist Ihnen Ihr Senkgarten nicht tief genug, vertiefen Sie Ihn optisch. An den Ecken oder rund herum können Sie Stahlgerüste mit kletternden Rosen, Clematis oder Geißblatt wachsen lassen.

Senkgarten früher

Die Ursprünge des tiefer gelegten Gartens reichen bis ins 16. Jahrhundert in die Zeit der englischen Tudor-Könige zurück. „In“ waren damals sehr kleine, von Hecken umschlossene, schmückende Gärten, die man sowohl durchlaufen als auch von einem höheren Standort einsehen konnte. Zeitgleich präsentierte sich der Senkgarten in der Renaissance als ein tiefer liegendes Rasenstück mit rechteckiger Grundfläche und gleichmäßig ansteigenden Böschungen. So beeinflusste er auch die dekorativen Parterre-Beete. In unserem Jahrhundert fand die Form des Senkgartens in den aufstrebenden Vorstädten der 20er und 30er Jahre großen Anklang. Er war ideal, um architektonisch geschickt Wasser in einem kleinen Garten einzusetzen. Außerdem verleiht er einem ebenen Garten mehr Dynamik.

Senkgarten heute

Auch in der heutigen Zeit ist dieser Gartentyp noch nicht in der Versenkung verschwunden. Die Anlage eines Senkgartens auf dem eigenen Grundstück ist gerade dann zu empfehlen, wenn im Gartengelände natürliche Mulden und unebene Flächen vorhanden sind. Häufig überlegt man auch, wie der an eine Terrasse anschließende, abschüssige Bereich optimal genutzt werden kann. Im Garten braucht man sich nicht an die klassisch formalen Beispielgärten berühmter Gartenarchitekten zu halten. Ein abgesenkter Garten darf in den eigenen grünen Wänden auch mal rund sein. Anstelle eines Teichs können auch Zierelemente oder Solitär-Pflanzen im Mittelpunkt stehen. Vor allem dunkle Gartenecken werden aus einem Dornröschenschlaf geweckt, wenn Schatten-Stauden, Gräser, Farne und Gehölze sie in ein versunkenes Idyll verzaubern.

Formaler Steingarten

Auch wenn der Begriff Senkgarten eher exotisch klingt, so ist es nicht schwer, geeignete Pflanzen dafür auszuwählen. Im Prinzip handelt es sich um einen formalen Steingarten. Die Seitenwände, meist Trockenmauern, Treppen sowie der abgesenkte Bereich können mit bodendeckenden (z.B. Goldwolfsmilch, rot-blättriger Günsel), rankenden oder kletternden Pflanzen wie beispielsweise Thymian, Lavendel, Sonnenröschen (kleiner, immergrüner Halbstrauch, z.B. `Rosa Königin`), Nelke, Glockenblume, Katzenminze, Ziest, Steinbrech, Bergenie, Schleifenblume und Stachelnüsschen bepflanzt werden. Als Hecke oder dekorative Einzel-Gehölze eignen sich Eibe, Thuja, Scheinzypresse oder Buchs. Legt man einen Senkgarten im schattigen, feuchten Teil des Gartens an, dann sollten Funkie, Waldsteinie, Vergissmeinnicht, Elfenblume, Storchschnabel und Farne nicht fehlen. Dazu passen Azalee, Rhododendron und Hortensie.

Text: Tipps24-Netzwerk - HR

 
 

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