Gartentipps

Viele Fragen um das Gewächshaus – Vor dem Kauf

tmb_gartentipps_viele_fragen_um_das_gewaechshausGartengestaltung / Gartentipps: Wer im Glashaus sitzt, soll ja bekanntlich nicht mit Steinen werfen. Es gibt Gewächshäuser, in denen kann man wirklich nur sitzen. Zum Werfen, Stehen, vielleicht sogar zum Arbeiten, sind sie einfach zu niedrig und zu klein. In anderen wiederum kann man ruhig mal mit kleinen Steinen werfen. Die Bedachung hält einiges aus, wenn sie aus Kunstglas ist. Wie kann man Angebote bei Gewächshäusern vergleichen? Ist ein Folienhaus ausreichend, oder muss das Haus thermisch getrennte Profile und Isolierglas haben? Soll es frei stehen oder sich als Anlehn- oder Pultdachhaus an eine Wand schmiegen? Will ich nur Tomaten, Gurken und Co kultivieren oder auch Orchideen züchten? Habe ich genug Zeit für mein Hobby?

Ein Gewächshaus für den ganzjährigen Gebrauch

Folgende Kriterien sollte Ihr Gewächshaus erfüllen: Stehwandhöhe nicht unter 1,50m, denn die Arbeitshöhe ist bestimmt nicht richtig, wenn man laufend mit dem Kopf gegen die Scheibe stößt – von einer Verletzungsgefahr ganz zu schweigen. Glasstärke mindestens 4mm, (Kunststoffe nicht unter 8mm), jederzeit ausbaufähig durch Erweiterung, Türbreite mindestens Schubkarren-breite, Dachrinne in ausreichender Größe, Fenster und Türen sollten 20 Prozent der Gesamt-Verglasung ausmachen. Wenn das Gewächshaus mehr als frostfrei beheizt wird, sollte die Materialstärke bei Kunststoffen mindestens 16mm betragen, beziehungsweise muss Isolierglas eingesetzt werden. Bei Einfachglas (Blankglas = hohe Lichtdurchlässigkeit, genörpeltes Glas = nicht durchsichtig, sondern nur durchscheinend; das Licht wird gestreut) ist zusätzlich mit Noppenfolie zu isolieren.

Aus welchem Material besteht das Gewächshaus?

Suchen Sie sich zum Vergleichen jeweils nur ein Kriterium aus. Zum Beispiel das Material der Konstruktion in Stahl, Aluminium, Holz oder Kunststoff. Die Herstellung von Aluminium verbraucht viel Energie, andererseits ist es dauerhaft, voll Recycling-fähig und wartungsfrei. Stahl muss preiswerter sein, auch wenn er verzinkt ist.

Vergleichen Sie nur Gewächshäuser aus gleichem Material. Wichtig dabei die Art der Sprossen, Verbindungen, Eckprofile und Unterkonstruktion. Bei der Bedachung aus Glas oder Kunststoff entscheidet die Materialstärke. Es können ganze Tafeln, die natürlich teurer sind, oder nur kleine Scheiben genommen werden. Diese müssen dann übereinander gelegt werden, verschmutzen und sind in der Regel nie ganz dicht. Beim Kunststoff wird es noch schwieriger. Welches Material in welcher Stärke? Stegdoppelplatten ist die Bezeichnung für sehr unterschiedliche Produkte. Vergleichen Sie nicht nur die Grundfläche des Gewächshauses. Ein 2,5m breites Haus mit 4m Länge hat ebenso eine Grundfläche von 10m² wie ein solches von 2m Breite und 5m Länge, es kann aber völlig anders konstruiert sein. Vergleichen Sie deshalb immer die Gesamtfläche der Außenhaut. Überzeugen Sie sich, wie die Bedachungs-Materialien nach unter und oben abgedichtet sind.

Was hält das Gewächshaus zusammen?

Scheiben aus Glas oder Kunststoff können mit Kit, Silikon oder Gummi gehalten werden – oder eben nicht. Glasklammern, Leisten oder Kunststoff-Schienen dienen als Abdeckung. Wichtig ist, dass die gesamte Sprosse bedeckt wird. Garantiert der Hersteller die Haltbarkeit für mehr als fünf Jahre? Es gibt immer noch Hersteller, die legen ihren Kunden einen Glasschneider in den Karton und überlassen ihn dann seinem Schicksal. Lassen Sie sich zusichern, dass die Türen garantiert nicht schließen, was leider keine Selbstverständlichkeit ist. Wie ist die Montageanleitung verfasst, ist der Aufbau auch vom Werk möglich (manche Firmen helfen beim Aufbau) – all das sind weitere Fragen von Bedeutung.

Wie soll das Gewächshaus aussehen?

Und nicht zuletzt sollen Sie sich auch vom Äußeren beeinflussen lassen. Es gibt formschöne Gewächshäuser und eben nur Kästen aus Glas. Auch zu beachten: Der künftige Standort im Garten sollte windgeschützt sein, und ein Laubbaum in der Nähe kann im Sommer wohltuenden Schatten spenden. Wenn immer möglich, ist das Gewächshaus an die Wasser- und Stromversorgung des Wohnhauses anzuschließen. Die Gewächshausheizung, die an eine vorhandene Zentralheizung angeschlossen wird, ist immer die preiswerteste.

Halten Sie sich an die Vorschriften

Ein Fundament, frostfrei gegründet, spart viel Energie. Manchmal verhindern aber Bauvorschriften und Kleingartensatzungen solche Baumaßnahmen. Kleingewächshäuser sind Nebengebäude und unterliegen den Bauvorschriften. Die Wege im Glashaus nicht zu schmal und vor allem trittfest und rutsch-sicher bauen. Viele Hersteller bieten Tische, Hängeborde usw. für ihre Häuser an. Ob man sie wirklich benötigt, hängt von der Nutzung ab. Keinesfalls fehlen dürfen automatische Fensteröffner. Gewächshäuser sind Feuchträume. Strom und Gas dürfen aus Sicherheitsgründen nur von einem Fachmann verlegt werden.

Einige Worte noch zu den Folien

Grundsätzlich: Alle Folien vergrößern unsere Müllberge, ob sie nun drei oder sogar fünf Jahre halten. Als Schutz für Pflanzen sind sie trotzdem unentbehrlich. Worauf sollte man achten? Polyäthylen (PE) – Folien sind preiswert, aber wenig haltbar, wenn sie nicht UV-stabilisiert sind. Sie eignen sich als vorübergehender Schutz. Bei UV-stabilisierten Folien lässt sich die Haltbarkeit durch eine Gitterverstärkung steigern. Polyäthylen gilt allgemein als wenig problematischer Kunststoff. Stegdoppelplatten aus Acryl, Plexiglas und Macrolon sind durch ihre lange Haltbarkeit ebenfalls umweltfreundlich und später entsorgbar.

Die beste Zeit sein Gewächshaus zu bauen, ist immer dann, wenn es die Temperaturen erlauben. Nutzen kann man das Haus dann das ganze Jahr. Mit und ohne Heizung.

Text: gartentipps24.de
Bild: Gerhard Frassa / pixelio.de

 
 

Ein besonderer Tipp für Sie: